Das Deusmauer Moor

Ein Ort voller Kostbarkeiten!

Das Deusmauer Moor liegt wenige Kilometer nordwestlich der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. im Naturraum der Mittleren Frankenalb. Es erstreckt sich als ca. 8 km langes und etwa 300 bis 500 m breites Niedermoorgebiet im Talraum der Schwarzen Laber zwischen Dietkirchen (Gemeinde Pilsach) im Norden und Vogelbrunn (Stadt Velburg) im Süden.

Die Moorbildung im Tal der Schwarzen Laber wurde möglich, da sich die Laber in ihrem Oberlauf immer tiefer in die Gesteinsschichten des Jura eingegraben hat und dabei wasserstauende (Ton)-Schichten angeschnitten wurden. Über die am Talgrund austretenden Schichtquellen tritt kontinuierlich Wasser zu Tage, sodass großflächige Versumpfungen und Vermoorungen stattfinden konnten. Der Flusslauf der Schwarzen Laber spielt für die Vernässung im Moor hingegen kaum eine Rolle.

Das kalkhaltige Quellwasser entwickelte in weiten Bereichen ein sogenanntes Kalkflachmoor. Typische Pflanzenarten sind verschiedene Kleinseggen, Knabenkräuter wie das Fleischfarbene und Breitblättrige Knabenkraut, Wollgras, Fieberklee und das Sumpf-Herzblatt.

Moorprojekt: Besucherlenkung und innovative Mooornutzung (2019-2025)

Wer sich Zeit nimmt kann zu jeder Jahreszeit besondere Naturschätze im Deusmauer Moor erleben. Um das verbliebene hochwertige Artenpotential zu erhalten, hat sich der Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf. e.V. zusammen mit der Höheren und Unteren Naturschutzbehörde die Erhaltung und Optimierung der gefährdeten Feucht- und Nasslebensräume im Deusmauer Moor zum Ziel gesetzt. 

Hierzu wurde ein auf sechseinhalb Jahre angelegtes Förderprojekt des Bayerischen Naturschutzfonds unter der Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands geschaffen. Aufgaben und Ziele des Projekts sind: Ausweitung und Spezialisierung der Landschaftspflegemaßnahmen um den Erhalt der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt des Deusmauer Moors weiter zu fördern. Hierbei werden beispielsweise der Einsatz von Spezialgeräten für die Moorpflege sowie Beweidungsmodelle geprüft, es geht um die Entwicklung neuer Möglichkeiten der Landschaftspflege-Materialverwertung, um Flächenankauf oder auch die Vermittlung des herausragenden Werts des Deusmauer Moors für Klima- und Artenschutz in Form von Naturführungen, Infobroschüren und Infotafeln. Zur Bewältigung des großen Aufgabenspektrums fördert der Bayerische Naturschutzfonds im Rahmen des Projekts auch das Projektmanagement zur Unterstützung des Landschaftspflegeverbands.

Informationstafeln

Hinhören! Hinschauen!

Seit Juni 2024 finden sich an fünf ausgewählten Stellen am Deusmauer Moor Informationstafeln, die den Besucher:innen Wissenswertes zu den verschiedenen Lebensräumen in unserem Kalkflachmoor näher bringen sollen.

Hier könnt ihr euch die Tafeln nochmal durchlesen und den Hörproben lauschen.

 

Lebensraum Schilf

Standort: Am Niedermoos Velburg – Lengenfeld

Schilf soweit das Auge reicht! Solche im ersten Moment eintönig wirkende Bereiche gibt es am Deusmauer Moor einige. Zwar können sich neben dem Schilfrohr nur wenig andere Pflanzenarten behaupten, dennoch ist in den Schilfbereichen einiges los. Hört man genau hin, musizieren Insekten und Vögel wie das Blaukehlchen oder verschiedene Rohrsängerarten zwischen den Halmen.

Hier könnt ihr dem rhythmischen Schwirren des Schlagschwirls lauschen: AUDIO

Quelle: Volker Arnold -  www.xeno-canto.org

 

Lebensraum Kalkflachmoor

Standort: Am Niedermoos Velburg – Lengenfeld

Andauernd nasse Füße bekommen die Pflanzen und Tiere die in den Kalkflachmooren wachsen und leben. Hier sorgt das kalkhaltige Quellwasser aus dem Jura für basische Bedingungen. Arten wie das Sumpf-Herzblatt, das erst im September seine Blüten zeigt, finden hier einen idealen Lebensraum. Entwässerung und mittlerweile auch der Klimawandel bedrohen durch die Trockenheit diesen Lebensraum.

Lebensraum Streuwiese

Standort: Hinter dem Sportplatz Deusmauer

Streuwiesen sind sehr artenreiche Lebensräume, die über Jahrhunderte durch die regelmäßige aber extensive Mahd entstanden sind. Der Begriff „Streuwiese“ rührt daher, dass das Material der Flächen nicht als Futter für das Vieh (aufgrund der mageren Standorte), sondern als Einstreu in den Ställen verwendet wurde. Nach der Nutzungsaufgabe in den 1960er Jahren, verbrachten viele Bereiche jedoch und seltene Arten fanden keinen Lebensraum mehr. Seit den 1990er Jahren werden einige Flächen wieder durch die Landschaftspflege gemäht. Dies dient dem Schutz der typischen Streuwiesenarten wie beispielsweise der Sumpf-Stendelwurz oder dem Fieberklee. In den ausgebildeten Hochstaudenfluren zeigen sich im Sommer die blauen Blüten der Blauen Himmelsleiter und des Blauen Eisenhuts.

Wer Glück hat, kann auch die Himmelsziege (Bekassine) beim Rufen oder sogar beim Meckern hören: AUDIO 

 

Quelle: Beatrix Saadi-Varchmin - www.xeno-canto.org

Das Moor Einfach Erklärt

Standort: Am Spielplatz Deusmauer

Manchmal ist es ziemlich schwierig die Komplexität von Moorentstehung und Klimaauswirkungen zu verstehen, daher haben wir auf dieser Tafel versucht das so einfach wie möglich zu erklären. Es braucht ganz knapp gesagt nicht viel, dass sich ein Moor bildet. Eine wasserundurchlässige Schicht im Boden, genügend Wasser und Pflanzenmaterial. Allerdings dauerte es ziemlich lange bis die Moore die wir heute kennen gewachsen sind. Das Moor wächst nämlich nur ca. 1mm pro Jahr.

Vier Würfel, die unten an der Tafel angebracht sind, laden außerdem zum Artenrätsel ein und vermitteln spannende Fakten zu den Moorbewohnern.

An den Moorwiesen hört man häufig das KNIPSEN des Sumpfgrashüpfers, hört genau hin: AUDIO

Lebensraum Erlenbruch

Standort: Am Jurasteig bei Weickenhammer

Immer seltener werden diese nassen Waldbestände aus vor allem Erlen, Weiden und Eschenbäumen. Besonders die Erle hat ganz spezielle Anpassungen an Standorte mit saisonaler Überschwemmung entwickelt um diese Bedingungen zu tolerieren. Ganz normal ist es aber auch, dass nicht nur lebende, sondern auch tote Bäume im Erlenbruch stehen und liegen. Durch dieses sogenannte Totholz werden ideale Bedingungen für eine Vielzahl von Pilzen, Insekten und Vögeln geschaffen.

 

Broschüre zum Deusmauer Moor

Für alle Neugierige haben wir eine Projekt-Broschüre ausgearbeitet, die alle wichtigen Themenbereiche rund um das Deusmauer Moor aufgreift und gut verständlich wiedergibt. Erhältlich ist die Broschüre kostenfrei bei der Geschäftsstelle des LPV oder steht hier zum Download bereit.

Führungen durch das Deusmauer Moor

Wer Lust hat an einer Moorführung teilzunehmen kann sich bei einer Veranstaltung im Jahresverlauf des Programms des Haus am Habsberg anmelden. Für größere Gruppen wie z.B.: Obst- und Gartenbauvereine (ab 12 Personen) kann nach Absprache mit der Projektmanagerin eine private Führung vereinbart werden.

Kontakt: mayer.katrin(at)landkreis-neumarkt.de oder telefonisch unter 09181/470-1380

Schlagschwirl

Sumpf-Herzblatt im Kalkflachmoor

Bekassine

Sumpfgrashüpfer

Märzenbecher im Erlenbruchwald