Boden begreifen: Gemeinsam mit der Neumarkter Lammsbräu bringen wir die Schüler und Schülerinnen auf den Acker!

Eine leckere Kürbissuppe, vegetarisch belegte Brote und viel Begeisterung und Motivation, das Gelernte umzusetzen, gab es bei der offiziellen Präsentation zum Projektabschluss von "Boden begreifen" in der Schule Seubersdorf.

Unseren Boden als Klimaretter, Lebensraum und Lebensgrundlage kennenzulernen und dabei im wahrsten Sinne des Wortes „zu begreifen“ ist Ziel des Projekts BODEN BEGREIFEN, das das Umweltbildungs- und Regionalentwicklungszentrum des Landkreises Neumarkt i.d.OPf. HAUS AM HABSBERG dank einer Initiative und des Sponsorings der Neumarkter Lammsbräu heuer bereits im zweiten Jahr in Kooperation mit Slow Food Deutschland anbietet. Rund 60 Bildungseinheiten mit Schulklassen wurden in den vergangenen beiden Jahren im Rahmen des Projekts druchgeführt. Zahlreiche Ackerveranstaltungen für Schulklassen fanden am HAUS AM HABSBERG, im Zuge einer Kooperation mit den Schulen Breitenbrunn und Seubersdorf aber auch auf den Äckern bzw. Höfen der beiden Biobauern  Karl Stephan in Ittelhofen und Willi Staudigl in Dürn bei Breitenbrunn statt.

Das Bildungsangebot „BODEN BEGREIFEN“  richtet sich an die Jahrgangsstufen 4 bis 8, ist für die teilnehmenden Schulen kostenfrei und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. Die Neumarkter Lammsbräu hat es als regionaler Sponsor ermöglicht, dass das Projekt auch bei uns im Landkreis Neumarkt  durch das Team des HAUSES AM HABSBERG umgesetzt werden kann. „Als ich in Berlin erstmals von dieser Aktion hörte, war mir klar: Das machen wir in Neumarkt auch!“, sagt Generalbevollmächtigte Susanne Horn. Die Neumarkter Lammsbräu betrachtet den Schutz des wertvollen Bodens als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und beteiligt sich selbst in hohem Maße daran, indem sie konsequent die ökologische Landwirtschaft fördert. Nach Ansicht von Susanne Horn ist es wichtig, dass Kinder frühzeitig lernen, welche Zusammenhänge es in der Natur gibt und dass man dieses sensible System bewahren muss, um eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.  „Gemeinsam wollen wir so Impulse für eine Entwicklung hin zu einer nachhaltigen und fairen Bodennutzung setzen“, sind sich Landrat Willibald Gailler, Susanne Horn, Generalbevollmächtigete der Neumarkter Lammsbräu, Werner Thumann, der Leiter des HAUSES AM HABSBERG sowie der Seubersdorfer Schulleiter Karl Staudinger einig.

Jeweils drei Unterrichtseinheiten hat Kreisfachberater Franz Kraus mit den Seubersdorfer und den Breitenbrunner Schülern durchgeführt. Auf den Äckern von Bio-Landwirt Karl Stephan und Bio-Landwirt Willi Staudigl, beide Mitglied in der EZÖB, als Projektpartnern wurden Bodenproben  entnommen und untersucht, die Landwirte erläuterten die Unterschiede zwischen konventioneller Landwirtschaft und Bio-Anbau und ermöglichten den Schülern, den Boden als  Lebensgrundlage unmittelbar zu erleben und zu verstehen.  Dabei stand stets im Focus, am unmittelbaren Praxisbeispiel zu veranschaulichen, wie wichtig es ist, dass wir alle dazu beitragen, die Ressource Boden zu schützen. Wie dies bereits durch eine Veränderung der Ernähungsgewohnheiten funktionieren kann, wurde den Jugendlichen beispielsweise durch Berechnung des Flächenverbrauchs bei der Erzeugung verschiedener Lebensmittel veranschaulicht.  Beim gemeinsamen Kochen  konnten die Schüler praxisnah und  kulinarisch  erleben,  wie ressourcenschonende Ernährung funktionieren kann.

Durch das Angebot kommen Schülerinnen und Schüler dem Thema faire und nachhaltige Landwirtschaft näher und sind aufgerufen selbst Verantwortung zu übernehmen.  "BODEN BEGREIFEN" schafft Erfahrungsräume, die es jungen Menschen ermöglichen, die Bedeutung von Boden für unser Leben zu begreifen. Man muss Boden riechen, fühlen und erleben, um ihn zu verstehen. Über die sinnliche Annäherung hinaus verschaffen sich die Schülerinnen und Schüler durch gemeinsame Beobachtungen, eigenständige Experimente, Vergleiche und deren Deutung ein tieferes Verständnis zu Bodenfunktion und Ökosystemleistungen. Dabei stehen die Auswirkungen anthropogener Nutzung und deren globale Folgen, die kritische Reflexion des eigenen Konsumverhaltens, die Auseinandersetzung mit potentiellen Interessenkonflikten, sowie die Positionierung zu möglichen Handlungsoptionen in realen Lebenssituationen im Vordergrund. Es liegt an uns, den Boden solidarisch und nachhaltig zu nutzen.

Projektverantwortlich in Berlin ist Daniel Diehl von Slow Food Deutschland. Eine Fortführung des Projekts  ist in Planung und wird derzeit beantragt.